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FIELD LOG 001: RUTX11 im Camper – warum ich auf 5G umbaue

Draft – keine Veröffentlichung

Dieser Eintrag rekonstruiert den aktuellen Wissensstand aus dem ersten Video der Connectivity-Serie. Er dokumentiert eine Felderfahrung und eine technische Hypothese – noch keinen abgeschlossenen Routervergleich. Der Text wird nach den weiteren Episoden und Messungen überarbeitet.

Video fertig produziert

Episode 1 erscheint in Kürze

Der YouTube-Termin wird nach der redaktionellen Prüfung der gesamten Serie ergänzt.

Das eigentliche Problem

Der Internetzugang im Bus ist keine gelegentliche Komfortfunktion. Er ist Arbeitsinfrastruktur. Der bisher eingesetzte Teltonika RUTX11 stellte LTE Cat 6, Routing, Wi-Fi und mehrere industrielle Schnittstellen bereit. Unter wärmeren Bedingungen trat jedoch wiederholt ein schwerer Fehler auf: Der Router leitete keine Pakete mehr weiter.

Um die Wärme aus dem Einbauort abzuführen, wurde das Gehäuse modifiziert und ein kleiner 12-Volt-Abluftventilator ergänzt. Die historischen Ausfälle blieben der Ausgangspunkt für die Suche nach einer neuen Architektur:

flowchart LR
  A[RUTX11 · LTE Cat 6] --> B[thermische Ausfälle beobachtet]
  B --> C[5G + neue Antenne + neuer Router]
  C --> D[Messung unter gleichen Bedingungen]
  D --> E[belastbares Urteil]

Was das erste Video tatsächlich zeigt

Das Ausgangsmaterial dokumentiert vier Dinge:

  1. Eine neue Dachantennenlösung mit vier Mobilfunk-, zwei Wi-Fi- und einer GNSS-/GPS-Leitung wird vorbereitet. Hersteller und Modell sind noch nicht dokumentiert.
  2. Peter beschreibt wiederholte Ausfälle seines konkreten RUTX11 bei warmen Bedingungen.
  3. Das gebraucht gekaufte und später modifizierte Gerät wird geöffnet. Im sichtbaren Aufbau besteht kein großflächiger direkter Kontakt beider Platinen zum Aluminiumgehäuse; ein kleineres Wärmeleitpad ist vorhanden.
  4. Anhand der GL.iNet-Produktdarstellung wird der Spitz AX (GL-X3000) als mögliche Zielplattform untersucht.

Das Video zeigt noch keinen abgeschlossenen Antennenumbau, keinen installierten GL-X3000 und keine Vorher-/Nachher-Messung. Genau dort beginnt die weitere Serie.

Warum der GL-X3000 interessant ist

GL.iNet beschreibt den Spitz AX als Dual-SIM-Wi-Fi-6-Cellular-Gateway für entfernte Standorte und Roadtrips. Das Datenblatt nennt ausdrücklich den Einsatz in Recreational Vehicles. Für die geplante Architektur sind besonders relevant:

  • 4G/5G und Dual-SIM
  • Multi-WAN, Load Balancing und Failover
  • vier externe 4G-/5G-Antennenanschlüsse
  • zwei externe Wi-Fi-Anschlüsse
  • interner Lüfter und passive Wärmeleitelemente
  • 2.5-Gbit/s-WAN und 1-Gbit/s-LAN

Ein interner Lüfter ist jedoch noch kein Nachweis besserer Stabilität. Das GL-X3000-Datenblatt nennt einen Umgebungstemperaturbereich von 0 bis 40 °C. Der spätere Test muss deshalb reale CPU- und Modemtemperaturen, Lüfterverhalten, Einbauort und Umgebungstemperatur zusammen betrachten.

Der notwendige Faktencheck

Die Aufnahme enthält eine plausible Geschichte, aber noch keine vollständige Beweiskette:

Aussage Einordnung
Das konkrete RUTX11 fiel bei Wärme aus wiederholte Feldbeobachtung, bisher ohne erhaltene Logs
Übertemperatur war die Ursache Hypothese; Stromversorgung, Firmware und Modemzustand sind noch nicht isoliert
RUTX11 sei generell nicht für Fahrzeuge geeignet nicht gestützt: Teltonika nennt E-Mark-/Vehicle-Zulassung und Fahrzeuganwendungen
Das GL-X3000-Kühlkonzept ist konstruktiv anders sichtbar und durch die Lüfterdokumentation gestützt
Der GL-X3000 wird im Bus stabiler arbeiten offene Testhypothese
LTE Cat 6 werde wegen des 5G-Ausbaus gedrosselt Interpretation der Reiseerfahrung; noch ohne Netz- und Banddaten
Die neue Antenne verbessert den Empfang offen, bis Antennenmodell und Vergleichsmessung vorliegen

Teltonikas aktuelles Datenblatt spezifiziert den RUTX11 mit −40 bis 75 °C; die Quick-Start-Dokumentation nennt teilweise abweichend −40 bis 40 °C und warnt vor schlecht belüfteten Einbauorten. Unabhängig von dieser Dokumentationsabweichung dürfen wir den Ausfall eines gebraucht gekauften, modifizierten Einzelgeräts nicht ohne Messung auf die gesamte Baureihe übertragen.

Was die nächsten Episoden messen müssen

Ausgangszustand

  • Hardware-Revision, RutOS-Version und relevante Konfiguration
  • Versorgungsspannung unter Last
  • Einbauort, Luftwege und Umgebungstemperatur
  • Syslog und Modemstatus während eines Fehlers
  • RSRP, RSRQ, SINR, verwendete Bänder und Carrier Aggregation
  • Durchsatz, Latenz und Paketverlust

Vergleich

  • dieselbe SIM und derselbe Standort
  • vergleichbare Tageszeit und Netzlast
  • definierte Dauerlast statt einzelner Speedtests
  • CPU- und Modemtemperatur des GL-X3000
  • Lüfterzustand und mögliche thermische Drosselung
  • Leistungsaufnahme im Leerlauf und unter Mobilfunklast
  • Failover-Verhalten bei einem abreißenden Uplink

Antenne

  • exaktes Modell und Datenblatt
  • Kabellängen und Dämpfung
  • Montageort und Ground-Plane-Anforderungen
  • Signalwerte vorher und nachher
  • Vergleich über mehrere Bänder und Standorte

Alternative Rollen im System

Im Video werden weitere Geräte nicht als direkter Ersatztest, sondern als mögliche Systembausteine betrachtet:

  • GL.iNet Puli AX (GL-XE3000): Cellular Router mit Akku
  • GL.iNet Mudi 7 (GL-E5800): mobiler 5G-/Wi-Fi-7-Travel-Router mit Ethernet und möglichen Failover-Rollen
  • ZTE MU5002: gebraucht beschaffter 5G-Hotspot mit Ethernet und externen Antennenanschlüssen als Plan B

Welche Rolle diese Geräte tatsächlich erhalten, ist noch offen. Diese Ungewissheit ist Teil des Systementwurfs, nicht etwas, das vor der Kamera versteckt werden muss.

Vorläufiges Urteil

Der erste Field Log beantwortet noch nicht, welcher Router „besser“ ist. Er liefert etwas Nützlicheres: ein konkretes Fehlerbild, eine sichtbare Konstruktionsdifferenz und einen Messplan.

Der RUTX11 wird nicht ersetzt, weil ein Produktdatenblatt verloren hat. Er wird ersetzt, weil der bestehende Aufbau die Arbeitsanforderung nicht zuverlässig erfüllt hat. Ob der neue Aufbau das Problem löst, entscheidet erst der Feldtest.

Quellen